Kinder

Werken ist mehr als das Hantieren mit Werkzeug!

Werkunterricht ist Problemlösen und bahnt dabei Kompetenzen an, die helfen, den Alltag zu bewältigen. Dies reicht vom Feststellen und Erkennen eines Problems über das Beschreiben desselben bis hin zu einer auf Analyse basierenden, entwickelten, umgesetzten und überprüften Lösung. Werken regt damit nachhaltige Denkprozesse an. Heute taucht in diesem Zusammenhang häufig der Begriff "Design thinking" auf.

In einem Schreiben der Universität Innsbruck heißt es: "Der Werkunterricht kann (...) hinsichtlich der Problemlösungskompetenz, dem Wissen um einen experimentellen Zugang und der Herstellung funktionaler Produkte durch forschendes, entdeckendes und problembasiertes Lernen einen wichtigen Beitrag leisten. (...) Das Konzept „Design thinking“ ist nur nicht eine innovative Methode um herausragende Innovationen in der Wirtschaft zu entwickeln, sondern ein Prozessmodell, welches auch in der Schule, integriert in den modernen Werkunterricht, das schöpferische Potential der SchülerInnen, die Auseinandersetzung mit komplexen Problemen, vernetztes Denken und soziales Lernen fördern kann."

Die Schülerinnen und Schüler der 1. Klassen wurden im Werkunterricht mit dem "Würsteltopf-Gurkenglas-Problem" konfrontiert. Die Ausgangssituationen ist den Lerndenden vertraut, das Problem ist schnell festgestellt und verschriftlicht:

"Man kann nicht mit den Fingern in den heißen Würsteltopf greifen, um die Würstel herausuzholen. Man verbrennt sich, man wird nass. Bei der Gurke, die man aus dem Gurkenglas zu bugsieren versucht, muss man eine ähnliche Herausfordergung meistern. Die Temperatur der Flüssigkeit ist dabei kein Problem, nass wird man beim Einsatz der Finger aber sicher und meistens fällt die Gurke, sofern man diese überhaupt noch greifen kann, wieder in das Glas zurück und das ganz kurz bevor man sie herausnehmen konnte. Gabeln sind in beiden Fällen keine gute Lösung, vor allem, wenn man einzelne Würstel entnehmen muss und weil die Gurke gerne abrutscht. Und: Wer mag schon Löcher in der Gurke?"

Nach der Problemanalyse und -beschreibung geht es an das Suchen einer Lösung. Die Hand - und damit die Natur - ist dabei ein inspirierendes Vorbild, der sogenannte Pinzetten- oder Zangengriff lässt sich mit einfachen Mitteln nachbauen, die Würstel-Gurken-Zange ist schnell entworfen, geplant und hergestellt.

Jede Problemlösung muss sich eine Qualitätsprüfung gefallen lassen. Im Fall der Würstelzange kann diese vor Ort durchgeführt werden: Hält die Zange, was sie verspricht? Kriegt man Würstel und Gurken aus den Flüssigkeiten, ohne nass zu werden? Für dieses Jahr können die Schülerinnen und Schüler zufrieden sein und sich die Würstel schmecken lassen. Qualitätsprüfung ist in diesem Fall etwas sehr angenehmes.

Schuljahr: